Eine Teilnahme an unserer direkten Demokratie erfordert auch das Wissen über die Institutionen, das Recht, die Wirtschaft und die politischen Prozesse in Bund, Kanton und Gemeinden. Die Mehrheit der Jugendlichen haben mit Erreichen des Stimmrechtalters keine oder ungenügende Kenntnis über unsere Institutionen und unseren Staat. Zwar ist Staatskundeunterricht bereits heute im Lehrplan verankert, doch unterrichtet werden diese Bildungsinhalte unzureichend, weil es zu wenig dafür vorgesehene Wochenstunden gibt. Wissen fördert Interesse, es ist deshalb unsere staatsbürgerliche Pflicht, die Jugendlichen auf diese Themen zu sensibilisieren.
Staatskunde-Initiative
23. Mai 2010 von Andreas SeilerSteuererhöhungen ohne Ende
17. Mai 2010 von Olivier MartinWenn es um Steuererhöhungen geht, sind Politiker immer wieder erfinderisch. Nach der MWST-Erhöhung für die Invalidenversicherungen, rollen schon die nächsten Erhöhungspläne an.
Diesmal betrifft es die Autobahnvignette. Sie soll laut einer parlamentarischen Motion, die im Sommer behandelt wird, von 40 auf 100 Franken erhöht werden.
Diese Erhöhungen sind bedenklich, weil immer die gleiche Argumentation genommen wird:
“Es ist ja nur ein kleiner Betrag und die Besteuerten würden es nur geringfügig spüren. ”
Fakt ist: Jede Steuererhöhung, egal in welcher Form, bedeutet einen Kaufkraftverlust. In einer Wirtschaftskrise Kaufkraft zu vermindern, ist eine mehr als fragwürdige Aktion.
Die Argumentation, dass das Geld die Kosten nicht mehr decke, lasse ich nicht gelten. Der Staat hat heutzutage gar keinen Anreiz zu sparen und das Geld effizient einzusetzen, wenn er immer die Steuern erhöhen kann.
Zudem ist es bedenklich, dass wieder einmal der Autofahrer zusätzlich besteuert wird.
Man erinnere sich, die Autobahnvignette wurde einmal als temporäre Steuer eingeführt, wurde aber nie zurückgenommen. Das Gleiche wurde uns bei der Abstimmung zur Mehrwertsteuererhöhung versprochen.
Schuldenwirtschaft der EU-Staaten
10. Mai 2010 von Olivier MartinWieder einmal werden Rettungspakete geschnürt. Diesmal nicht für Investmentbanken, sondern für Staaten, die eine jahrelange Schuldenwirtschaft hinter sich haben.
Die Rettungsaktionen der EU sind eher bedenklich, weil sie das Problem nicht im Kern anfassen. So wird der grosse Crash nur hinausgezögert und der Bevölkerung werden exorbitante Steuererhöhungen zugemutet. Eines ist klar, es braucht weniger Staat und eine Zurückbesinnung auf die Kernkompetenzen Bildung, Sicherheit und Gesundheit.
Schuldenwirtschaft kann man aber nicht mit noch mehr Schulden bekämpfen. Ein sinnvolle Sanierung aller Staatshaushälter (auch in der Schweiz) ist unumgänglich.
Die Perversion des CVP-Boni-Vorschlags
28. April 2010 von Philippe C. MangoldDie CVP schlägt vor, dass Boni über einer gewissen Grenze von der Unternehmung als Gewinn versteuert werden sollten. Ein Problem dabei ist sicherlich die willkürlich festgelegte Grenze. Die Perversion des Vorschlags ist aber, dass genau diejenigen, welche die Boni bezahlen müssen (oder dürfen) auch noch für diese zusätzlichen Steuern zur Kasse gebeten werden. Denn jede Gewinnminderung – sei es durch Löhne oder durch Steuern – geht zu Lasten der Aktionäre.
Diese Willkürsteuer sorgt dafür, dass Aktionäre gleich viel bezahlen müssen wie vorher, aber nur ein kleinerer Teil davon Bonuszahlungen sind. Dabei wird klar, dass dieser Vorschlag nur von Neid und Missgunst getrieben ist. Dem Aktionariat sollte die Möglichkeit gegeben werden, dass sie vernünftig über Entschädigungen befinden können, dort liegt der Kern und gleichzeitig die Lösung des Problems.
Bedenkliche Raserinitiative
26. April 2010 von Olivier MartinAb morgen werden in der ganzen Schweiz Unterschriften für die Raserinitiative gesammelt. Sie fordert insbesondere höhere Strafen und zeitlich unbegrenzte Führerausweisentzüge für sogenannte “Raser”. Dabei wäre diese Initiative gar nicht nötig, wenn die Richter geltende Gesetze gegen notorische Raser anwenden würden. Somit haben wir wieder eine Initiative vorliegen, die nach mehr Verboten und Regulierung schreit.
Ich habe meine Bedenken, dass diese Initiative wirklich die notorischen Raser treffen wird. Unter welchen Umständen (Verkehrsdichte, Wetter, Strassenverhältnis etc.) jemand zu schnell gefahren ist, blendet die Initiative nämlich aus. Sinnvoller wäre hier eine Hubraumbeschränkung für Junglenker, wie es bei den Motorrädern der Fall ist. Ein 18-jähriger Neulenker sollte seine (wertvollen) Erfahrungen im Strassenverkehr zuerst mit einem weniger stark motorisierten Auto machen und erst dann auf stärkere Wagen umsteigen dürfen.
Die Raserinitiative als solches versucht aber auf populistische Art und Weise (Die bösen Raser müssen weg!) auf Stimmenfang zu gehen. Mehr Verbote und Regulierungen sind nicht nötig, lediglich die geltenden Gesetze müssten vom Staat besser durchgesetzt werden. Leider ist der Trend momentan so, dass allgemein ein Feldzug gegen motorisierte Lenker geführt wird und er brav als ÖV-Subventionierer herhalten muss.
Die JFBL im 10vor10
26. April 2010 von Alexander FischerAm vergangenen Mittwoch, den 21. April 2010 fand die Mitgliederversammlung der Jungfreisinnigen Baselland statt. Neben 2 neuen Mitgliedern durften wir auch das Schweizer Fernsehen begrüssen. Sie wollten uns zum Thema Weissgeldstrategie und unserer Meinung zur aktuellen Situation der FDP.Die Liberalen befragen. Grosse Mühe haben wir uns gegeben, was dabei herauskam war leider sehr mager. Nichts desto trotz danken wir dem SF, dass wir die Möglichkeit hatten unsere Meinung Kunde zu tun. Ein Dank gilt auch Philippe Mangold und Milo Graf, welche souverän die tückischen Fragen des Reporters beantwortet hatten!
Für alle die noch nicht in den Genuss der Sendung gekommen sind, findet sich hier der Link: Jungfreisinnige vor der DV
Griechenland ist Pleite, sind Finanzmärkte schuld?
23. April 2010 von Philippe C. MangoldWegen dem akuten Finanzproblem benötigt Griechenland nun offiziell die Unterstützung der EU. Da stellt sich immer rasch die Schuldfrage, insbesondere da Griechenland nicht ein klein wenig Geld benötigt, sondern massiv viel, das sie wahrscheinlich nicht mehr zurückzahlen können, und schon gar nicht inklusive der vereinbarten Zinsen.
Premierminister Papandreou gibt Finanzmärkten und bösen Spekulanten die Schuld an der griechischen Misere. Das ist eine sehr beliebte Vorgehensweise, da Finanzmärkte keine Körperschaft sind und sich verbal schlecht wehren können. Leider vergisst er darauf hinzuweisen, wie die offenbar fehlerfreie Griechische Regierung während Jahren die Öffentlichkeit und andere Regierungen hintergangen, belogen und vorsätzlich getäuscht hat. Und wenn dies nun ans Licht gekommen ist, kann man von privaten Investoren kaum erwarten, dass sie den Griechen zu tiefen Zinsen Geld leihen. Finanzmärkte decken nur das auf was ohnehin da ist: Verantwortungslose Misswirtschaft.
Interview mit Väterchen Überwachungsstaat
19. April 2010 von Milo GrafHerr Liberali: Sehr geehrter Herr Überwachungsstaat, ich danke Ihnen, dass Sie zwischen all den Video-Aufnahmen, Sichtung von Akten und Weiterbildung in der “Stasi-Schule” Zeit gefunden haben für dieses kurze Interview. Ich möchte auch direkt anfangen. In Ihrem Job ist es sicherlich schwer genug Arbeit zu finden. Wie kommen Sie an genügend Aufträge?
Herr Überwachungsstaat: Nun ja, es ist tatsächlich so, dass wir in der Vergangenheit zu wenig Arbeit hatten. Doch sind wir kräftig am expandieren. Schauen Sie, das Bedürfnis überwacht zu werden scheint tatsächlich in der Bevölkerung vorhanden zu sein. Und dieses Bedürfnis decken wir ab.
L: Nun ja, das mag ja sein, dass dieses Bedürfnis besteht. Sehen Sie sich aber in keinem Konflikt mit dem Datenschutz und der Freiheit im Allgemeinen?
Ü: Nun schon. Dieser Konflikt ist sicherlich vorhanden. Jedoch ist scheinbar den Menschen die eigene Freiheit und der Datenschutz nicht wichtiger als endlich auch mal bei Big Brother mitzumachen (lacht). Nein im Ernst. Wir müssen doch Sicherheit mit der Freiheit abwägen. Und da gewinnt nunmal immer die Sicherheit.
L: Ihre Ansicht scheint auch bei den Vertretern der Polizeidirektionen stark vertreten zu sein. Sind Sie nicht der Meinung, dass in all diesen Massnahmen stark übertrieben wird?
Ü: Schauen Sie, in diesen schwierigen Zeiten, in welchen alles schlimmer zu sein scheint als früher, muss man auch härter durchgreifen. Dies ist doch so, oder?
L: Sind denn solche Überwachungsmethoden wie Videokameras, Verbote an allen Ecken, Spitzel und Denuziantentum nicht aus der Zeit vor dem Mauerfall und seit jeher das Feindbild einer offenen Demokratie?
Ü: Sie können sicher sein, dass wir aus der Vergangenheit gelernt haben. Wir verbessern die Methoden jedoch und haben heute hochentwickeltes technisches Material zur Verfügung. Da ist es einfach etwas herauszufinden. Schauen Sie, eine Videoaufnahme kann doch nicht lügen. Dass das Internet nichts mehr löscht und somit die Prangerfotos für immer im Internet sein werden ist ja nicht unser Problem, oder? Es ist ja der Verbrecher welcher den Fehler gemacht hat. Ausserdem, die Feinde der Demokratie sind doch diejenigen welche wir filmen.
L: Was wenn Sie einmal den falschen erwischen? Auf den Fotos ist selten zu erkennen was er wirklich getan hat. Und auch Videoaufnahmen können ein falsches Bild liefern. Was passiert, wenn da jemand Falsches über das Internet gesucht wird?
Ü:Nun ja, wir versuchen natürlich, dass dies nicht passiert. Ausschliessen können wir es jedoch nicht. Das kann halt mal passieren. (grinst).
L: Das Leben dieser Person wird jedoch ab diesem Moment zerstört sein. Der Chef im Geschäft, die Freunde, Eltern, Bekannte, ja alle haben für immer dieses Foto im Kopf und wissen, dass er gesucht wurde. Ist dies vertretbar?
Ü: Wir hoffen natürlich, dass dies nicht passiert. Wir können für “Zur falschen Zeit am falschen Ort-Unfälle” keine Haftungen übernehmen. Dies kann halt passieren.
L: Herr Überwachungsstaat, ich danke Ihnen für dieses kurze Interview. Ich hoffe Sie finden den Weg nach Hause ohne Probleme.
Ü: Vielen Dank, ich denke das werde ich. Und ich hoffe wir sehen uns bald wieder, naja ich sehe Sie ja schon bald wieder (lacht).
Liberale Werte neu sammeln
10. April 2010 von Alexander FischerDie FDP.Die Liberalen gerät in die Kritik. Bei allen Wahlen verliert sie zur Zeit an Stimmenanteilen und Sitzen. Gibt es für die FDP ein Rezept, sich bis zu den Wahlen 2011 zu erholen? Wirklich mit ja oder nein kann man diese Frage nicht beantworten. Sicher ist, dass wieder mehr liberale Werte zum Zug kommen müssen. Dieses, mal links mal rechts, politisieren unserer Schwesterpartei ist auf Dauer nur schädlich.
Zudem müssten wieder vermehrt junge Leute verantwortungsvolle Posten in der Partei übernehmen oder zumindest ein grösseres Sprachrohr bei den Alten erhalten. Auch muss sich die Partei fragen, wie lange Bundesrat Merz noch im Amt bleiben kann und soll. Keine Frage, sein Departement hatte er stets im Griff, jedoch sind andere Lappalien geschehen, welche als Bundespräsident nicht passieren dürfen. Ich glaube bei der Parteileitung der FDP Schweiz ist ein bisschen der Grundgedanke, also das Freisinnige und Liberale, verloren gegangen. Diese Werte, welche eine CH ohne viele Verbote und Einschränkungen garantieren würden, müssten neu gesammelt werden. Und mit einer Weissgeldstrategie ist dies leider nicht getan.
Zuletzt möchte ich aber unserer Schwesterpartei im Kanton ein Kompliment aussprechen. Hier werden noch liberale Werte vertreten und es sitzen junge Leute in den Gremien. Das beste Beispiel ist der Parteipräsident Michael Herrmann. An einem Parteitag diesen Jahres gab er als Antwort auf die Aufforderung, die FDP solle doch zuerst schauen, was für Parolen die anderen Parteien fassen und dann nach diesen entscheiden: “Das will ich nicht! Wir werden unsere Parolen sicher nicht nach den Meinungen anderer Parteien fassen. Wir sind genug liberal um selber zu entscheiden!”
Ich sage nur, die FDP Schweiz könnte sich da eine Scheibe von abschneiden…
“Killerspiele”- bald verboten?
19. März 2010 von Dominik SchneebergerHeute überwies der Nationalrat zwei Motionen bezüglich “Killerspiele” an den Bundesrat. Die eine Motion stammt von CVP- Nationalrat Norbert Hochreutener, der “den Verkauf von Spielen mit gewalttätigem Inhalt an Kindern und Jugendlichen” verbieten möchte. Diese Motion wurde sogleich vom Ständerat mit 27 zu 1 Stimme angenommen und dem Bundesrat übergeben. Bedenken gab es jedoch bei der zweiten Motion der Nationalrätin Evi Allemann (SP). Sie fordert eine rigoroses Verbot von Produktion bis über Verkauf solcher Computerspielen. Trotz grossen Bedenken wurde auch dieser Vorstoss an den Bundesrat überwiesen.
Wieder einmal wurden Themen von Leuten diskutiert, welche in keiner Beziehung oder Abhängigkeit mit einem Sachverhalt stehen. Es ist für mich unklar, woher der National- und Ständerat die Ignoranz haben , solch’ ein Thema ernsthaft zu diskutieren und zusätzlich Verbote und Regelungen zu entscheiden können. Zudem frage ich mich, wer von diesen 246 Parlamentariern jemals ein “Killerspiel” oder ähnliches gespielt hat. Trotz alle dem hoffe ich, dass der Bundesrat einen vernünftigen Entscheid fällen und nicht Tausende von Spielern entmündigen wird.
http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/killerspiele_staenderat_motion_1.5245495.html