Too-big-to-fail ist kein Problem der Banken, sondern der Politik

13. Juli 2010 von Philippe C. Mangold

Gegenwärtig aktuell ist das sogenannte too-big-to-fail Problem: dass grössere Banken angeblich nicht zahlungsunfähig werden dürfen. Leider wird dabei vergessen, dass dies nicht primär ein Problem der Banken ist, sondern der Politik.

Eine bankrotte Unternehmung ist für viele schlecht: Arbeitnehmer fürchten um ihren Arbeitsplatz, Zulieferer um Aufträge und Gläubiger um Geld. Diese Anspruchsgruppen erzeugen typischerweise enormen politischen Druck und damit den Willen, diesen Unternehmungen finanziell zur Seite zu stehen. Schliesslich wollen Politiker wiedergewählt werden. Oft mit haarsträubend schlechten Argumenten werden so die Steuerzahler zur Kasse gebeten. Dies war beispielsweise bei Swissair so, und die Swissair hatte nun wirklich wenig mit dem Finanzsystem zu tun.

Es gibt international viele Beispiele – im Finanzbereich sowie ausserhalb – die zeigen, dass politischer Aktivismus für das Problem verantwortlich ist: Eine private Unternehmung Konkurs gehen zu lassen ist eine schwierige Entscheidung. Aber das gehört zu einem marktwirtschaftlichen System dazu und muss gesellschaftlich akzeptabel sein. Ein aktuelles Beispiel für too-big-to-fail-Propaganda ist BP. In englischen Medien werden bereits Argumente konstruiert, weshalb auch BP gerettet werden muss, auch dort eines seltsamer als das andere.

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