Archiv für Februar 2010

kompliziert, komplizierter, Steuererklärung

28. Februar 2010 von Olivier Martin

Heute habe ich mich endlich dazu gebracht, die Steuererklärung für meinen Wohnkanton Baselland auszufüllen. Selbst als Student benötigte ich eine geschlagene Stunde, um alle notwendigen Unterlagen aus den Ordnern zu holen und die verschiedenen Zahlen in die entsprechenden Feldern zu schreiben.

Eine Vereinfachung der Steuererklärung und des Steuersystems wäre sinnvoll, aber dagegen wird sich eine Lobby von Treuhändern, Steuer- und Finanzexperten wehren. Auch der Staat hat kein Interesse an einem einfachen Steuersystem, da er mit tieferen Steuereinnahmen rechnen müsste. Dies würde bedeuten, dass der Staat schlanker werden und sich wieder mehr auf seine Kernkompetenzen Bildung, Sicherheit und Gesundheit konzentrieren müsste. Zur Zeit werden die Interessen der Steuerzahler (leider) nicht berücksichtigt.

Gut ausgefüllt ist halb gewonnen

20. Februar 2010 von Philippe C. Mangold

Nationalrat Lumengo habe bei zwei Wahlen betrogen und Wahlzettel anderer Personen ausgefüllt, so zumindest lautet der mediale Vorwurf. Aber nein, Herr Lumengo hat nur neutral beratend zur Seite gestanden und den Wählerwillen auf Papier verewigt. Genau diese Verewigung holt ihn nun ein.

Es ist völlig irrelevant ob er wirklich den Wählerwillen niedergeschrieben hat. Der Punkt ist, dass er möglicherweise den Wählerwillen von vielen Personen während seiner wohlwollenden Hilfsaktion erfahren hat und nur denen beim ausfüllen geholfen hat, die ihm und seiner Partei gegenüber eher wohlgesinnt waren. Den anderen hat er damit möglicherweise das Wählen faktisch verunmöglicht. Diese Selektion wäre eine Sauerei und seine Stellungnahme lässt meine Interpretation zu. Konsequenterweise ist es notwendig, dass er seinen Arbeitsplatz verlässt.

Falls jemand Hilfe beim Ausfüllen benötigt, kann sich die betreffende Person gerne auch bei den Jungfreisinnigen (info@jfbl.ch) melden. Hier werden Sie geholfen.

This is it Boys, This is War

9. Februar 2010 von Philippe C. Mangold

In jüngster Vergangenheit war und ist die Schweiz in einige internationale Konflikte verwickelt. Diese sind schwierig beizulegen, da sehr unterschiedliche Vorstellungen bezüglich der Rolle des Staates, der Freiheiten von Individuen, dem Rechtssystem und der Bedeutung mündlicher Verträge aufeinander treffen.

Internationale Konflikte erinnern vor allem an Krieg, allerdings glücklicherweise weder mit Schuss- oder Nuklearwaffen noch mit Panzern geführt, dafür mit der feinen Klinge des wohl gewählten Wortes. Wie bei allen Kriegen sind einige Punkte entscheidend. Wenn dies nicht klappt, ist der Krieg ohnehin verloren. Eine unvollständige Liste:

  1. Die Wahrheit muss zuerst sterben.
  2. Geschlossenheit nach Aussen demonstrieren, auch wenn es nichts mit der Realität zu tun hat (Vergleich Punkt 1).
  3. Gegeben die Ziele eine Strategie definieren und daraus verschiedene Handlungsoptionen ableiten und jeweils die beste wählen („Taktik“).
  4. Gewinnen WOLLEN.

Im vorliegenden Fall erleben wir vor allem chaotische Unorganisiertheit. Dies kann Teil einer Strategie sein, wobei ich allerdings befürchte, dass dem nicht so ist.